Referenzen

Schillertheater Berlin

Intelligente Umnutzung der Flächen schafft „Spielraum“

Das historisch bedeutende Gebäude wurde nach längerer Ruhephase durch die ZHN-Architekten zu neuem Leben erweckt, um für die Staatsoper als Übergangsspielstätte genutzt werden zu können. Eine umfangreiche denkmalgerechte Sanierung wurde in allen Bereichen durchgeführt. Es wurden verschiedene bautechnische Maßnahmen unternommen, um die akustischen Eigenschaften auf einen modernen Stand zu bringen und so den hohen Anforderungen der Staatsoper gerecht zu werden.

2008 – 2010
Generalplanung, Bedarfsprogramm und LPH 2–9
BGF 24.760 qm
Gesamtkosten 32.560.000 €

Denkmalgerechte Wiederherstellung des Zuschauerbereiches

Die Rekonstruktion der weitläufi gen Foyers aus den 1950er Jahren erfolgte streng nach dem denkmalpfl egerischen Befund und in Abstimmung mit den Erben der Urheber aus den 1950er Jahren. Es wurden keine verloren gegangenen Teile ergänzt, störende Einbauten aus den späteren Eingriffen wurden demontiert.

Der Umbaubedarf im Saal wurde durch die Anforderungen des Musiktheaters an Akustik und Nachhallzeit, sowie durch den Platzbedarf des Orchesters im Graben bestimmt. Hierfür wurde der Orchestergraben entsprechend den heutigen Anforderungen vergrößert und mit einem zweigeteilten, variabel verfahrbaren Podium versehen. So können bei kleinerer Orchesterbesetzung weitere Plätze bestuhlt werden.

Für die Anpassung der Akustik an die aktuellen Anforderungen wurde der natürliche Nachhall des Saals freigelegt, schallabsorbierende Flächen ausgebaut, der Teppichboden durch Linoleum ersetzt und die Absorber an den Saalwänden teilweise abgedeckt. Die vorhandene Decke wurde im Bereich des Proszeniums so verändert, dass die musikalische Verständigung als auch die erste Reflexion in den Saal optimiert sind. Durch diese baulichen Maßnahmen wurde eine ausgezeichnete Akustik erzielt.

Neustrukturierung des Bühnenhauses mit Bühnenturm und Orchestergraben sowie Neubau der Probebühne, der Montagehalle und der Anlieferung

Das Dachtragwerk des Bühnenturmes wurde den Anforderungen des modernen Opernbetriebes entsprechend angepasst. Bühnenturm sowie Bühne und Unterbühne wurden vollständig entkernt. Die Opernmaschinerie wurde vollständig erneuert und die Bühne als neue Kassettenbühne hergestellt. Die nutzbare lichte Höhe des Bühnenturms wurde dabei um 7 m erhöht ohne den Turm von außen zu verändern.

Im Bestandsgebäude wurde ein Orchesterbereich für 120 Orchestermitglieder zum Proben, Einspielen und Umkleiden eingefügt. Ein Teil des ehemaligen Werkstattgebäudes wurde rückgebaut und durch einen Neubau ersetzt.

Im Kontrast zwischen Alt und Neu entstand eine mehrgeschossige Hallenkonstruktion, die im UG einen Teil des Orchesterbereiches, im EG die Montagehalle und im 3. OG eine zweigeschossige Probebühne beherbergt. Die 10 m hohe und 600 qm umfassende Montagehalle bietet optimale Montagebedingungen und ermöglicht eine Anlieferung just-in-time. Sie ist als über 6 m breite und 9 m hohe Schleuse mit dem Brandschutz- und Schallschutztor und der Bühne verbunden.

Fotos: Thomas Bartilla; ZHN