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BKA Berlin Treptow Februar 1, 2007

 

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Entwurfskonzept

Die Erweiterung des Bundeskriminalamtes gliedert sich in vier Baukörper, die in vier Bauabschnitten realisiert werden. Die denkmalgeschützten ehemaligen Kasernengebäude werden dabei vollständig erhalten.
Die einzelnen Baukörper nehmen die offene Bauweise des Areals auf und lassen den Einblick auf die parkartigen Freiflächen und die Bestandsbebauung zu.
Die erste Baustufe entsteht im Südosten des Areals und steht damit in direktem Bezug zum Haus M, das vor kurzem neu errichtet wurde.

Entwicklung der Baustufen

Für die erste Stufe sind keine Abrißmaßnahmen erforderlich. Die Zufahrt Elsenstraße wird verlegt und der Mitarbeiterparkplatz um 100 Stellplätze auf 250 erweitert.
Mit dem zweiten Bauabschnitt wird ein Teil der Stellplätze für Dienstfahrzeuge in einer neuen Tiefgarage unter der Baufläche angeordnet. Das BKA-Parkhaus entfällt.
Der dritte Bauabschnitt komplettiert die straßenbegleitende Bebauung.
Im vierten Bauabschnitt wird der Baukörper in der Grundstückstiefe errichtet. Das Parkhaus V kann entfallen.
Die vier Baukörper werden separat erschlossen und können unabhängig betrieben werden.

Nutzungskonzept

Der Baukörper der ersten Baustufe wird im EG auf der vollen Grundfläche genutzt und nimmt die großflächigen Nutzungen auf: Kantine, Bibliothek, Schulungsräume, Lagerräume.
Im UG sind in der Teilunterkellerung die Haustechnikflächen kompakt organisiert.
In den Obergeschossen (1.OG bis 6.OG) werden Büro- Labor-, Besprechungsräume und Aktenräume zweibündig angeordnet. Die Räume werden natürlich belichtet und belüftet. Es entsteht ein klar strukturiertes, gut nutzbares Büogebäude.

Gestaltungskonzept

Der Gebäudeeinschnitt im EG markiert den Eingangsbereich. Ein Zugang führt direkt in die Kantine, deren Speiseraum über ein Glasdach belichtet wird. Der andere Zugang erschließt das Bürohaus. Von hier aus führen Aufzüge und die Freitreppe in die 6 Obergeschosse. Ausgangspunkt für die Erschließung jeder einzelnen Etage sind die offenen Foyerbereiche. Die einzelnen Räume sind über Mittelflure erschlossen.
Die Fassade gliedert sich zum einen in die Sockelzone des EG mit großen Einzelfenstern, den Eingangsbereich und den sich aus dem Sockel entwickelnden Flachbau für die Poststelle. Auf diesen Sockel folgen die Obergeschosse mit ihrer feinmaschige, unregelmäßigen Fassade, die den kompakten Baukörper umschließt. Die Fassadenstruktur mit tiefer Profilierung erzeugt bei wechselnden Blickwinkeln ein Fassadenspiel von offen bis geschlossen. Zusammen mit dem Farbspiel des lebendigen Naturmaterials Kupfers entsteht ein objekthafter, präsenter Baukörper.

Konstruktion

Das Gebäude wird konventionell als Stahlbetonkonstruktion mit tragenden Außenwänden, aussteifenden Kernen, innenliegenden Stützen und Flachdecken errichtet.
Der Baukörper erhält eine Fassade aus Fenstern und hinterlüftetem Kupferblech (vor den geschlossenen Rohbauteilen), die bewußt nicht das Material der denkmalgeschützten Bebauung aufnimmt. Der außenliegende Sonnenschutz erfolgt durch vertikale, drehbare Lochblechlamellen.

Wirtschaftlichkeit

Die blockartige Struktur der neuen Bebauung ermöglicht eine sehr wirtschaftliche Ausnutzung der bebaubaren Fläche unter Einhaltung der geforderten Sicherheitsabstände und der entsprechenden Abstandsflächen.
Die geringe Hüllfläche hat minimierte Wärmeverluste zur Folge. Die Reinigung und Wartung der Fenster erfolgt von innen über die Öffnungsflügel. Eine Befahranlage ist nicht erforderlich.

Freiraum

Die Freiflächen im engeren Bearbeitungsgebiet ermöglichen eine klare Orientierung und kompakte Erschließung. Die Flächen für die Stellplätze werden direkt vor und neben dem vorhandenen Parkhaus angeordnet, so dass eine große zusammenhängende Freifläche vor dem neuen Gebäude entsteht.
Der ehemalige Exerzierplatz wird als große ungegliederte Freifläche erhalten.

Konzept der Gebäudetechnik

Alle wesentlichen Technikzentralen befinden sich im Untergeschoss. Eine maschinelle Kühlung ist nur für Sonderräume wie z.B. IT/TK und Besprechungsräume vorgesehen. Für die sicherheitsrelevanten Anlagen sowie die IT/TK-Anlagen, wie z.B. das Server- und Primärnetzwerk mit seinen aktiven Komponenten ist eine Netzersatzstromversorgung mit USV-Anlage vorgesehen. Die Kälteerzeugung erfolgt zentral im UG. Die Rückkühlwerke befinden sich auf dem Dach des Gebäudes. Die Außenluftansaugung für die Lüftungszentralen findet in ausreichender Höhe (ca. 4-5 Meter) über dem Gelände durch geschützte Fassadenelemente mit entsprechender Widerstandsklasse statt. Für die Wärmeerzeugung ist ein Gasbrennwertkessel vorgesehen. Die Raumheizung erfolgt durch Heizwände im Brüstungsbereich. Die Etageninstallation erfolgt über Doppelböden in den Fluren und Hohlraumboden mit Bodentanks in den Räumen. Die Elektroverteilerräume für Stark- und Schwachstrom werden konsequent übereinander angeordnet. Für die Raumlufttechnik und die wasserführenden Gewerke sind zentrale Schächte vorgesehen.

Ökologie

Grundlage für die Konzeption der Gebäudetechnik ist der Leitfaden für das nachhaltige Bauen sowie die einschlägigen AMEV-Richtlinien, die nutzungsspezifisch angewendet werden.
Der äußere Sonnenschutz wird konstruktiv so ausgeführt, dass auch bei geschlossenen Außenlamellen ein ausreichender Tageslichtanteil in den Raum gelangt.
Entscheidender Beitrag für die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Gebäudetechnik ist die Möglichkeit der Fensterlüftung zur Nachtauskühlung unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte. Aufgrund der massiven Baukonstruktion kann in Verbindung mit dem äußeren Sonnenschutz grundsätzlich auf eine maschinelle Kühlung in den Bürobereichen verzichtet werden. Maschinelle Kühlung erfolgt lediglich für die geforderten Sonderbereiche bzw. für Räume, die aufgrund der Berechnung bzw. thermischen Gebäudesimulation identifiziert werden.
Dem Stand der Technik entsprechend ist der Einsatz von hochwirksamen Wärmerückgewinnungssystemen vorgesehen. Aufgrund der Geräteanordnung für Zu- und Abluft ergibt sich hier ein Optimum für die Invest- und Betriebskosten. Kurze Wege für die Außenluftansaugung der Lüftungs- und Klimaanlagen reduzieren die Betriebskosten.
Für das Regenwasser ist eine örtliche Versickerung auf dem Grundstück vorgesehen.